aktualisiert am 8. November 2014

Module

Masterstudiengang Systemische Sozialarbeit Modulplan/Curriculum
(Stand: November 2014)

Die folgende Darstellung gibt Ihnen einen Überblick über die Inhalte und die Ziele der einzelnen Module. Den ausführlichen Modulplan können Sie hier als pdf-Datei herunter laden. Eine Modulübersicht finden sie hier.

M 1 – Systemische Methoden I
M 2 – Systemische Theorie
M 3 – Systemische Haltungen: Selbst-Bewusstsein
M 4 – Sozialwirtschaft
M 5 – Systemische Methoden II
M 6 – Evaluation
M 7 – Weitervermittlung und Publikation
M 8 – Studium Generale
M 9 – Mastermodul

M 1 – Systemische Methoden I
375 Std. – 15 Credits

Inhalte

Die Grundlagen systemischer Methoden in Beratung, Therapie und Sozialarbeit sowie ihre Umsetzung stehen im Mittelpunkt dieses Moduls – von den vielfältigen Formen systemischen Fragens über die Verwendung darstellender Methoden wie VIP-Karte, Genogramm, den verschiedenen Formen der Gesprächsgestaltung und Auftragsklärung. Sie werden im Kontext ihre Entstehung und Anwendung dargestellt und von den Studierenden geübt und angewandt. Die Studierenden erhalten eine praktische und theoretische Einführung in die Methoden der systemischen Kollegialen Beratung.

Ziele

  • Die Studierenden kennen eine Reihe von grundlegenden systemische Methoden.
  • Sie sind in der Lage, sie in Bezug auf ihr Tätigkeitsfeld anzuwenden und umzusetzen. Hierzu gehört, sie zu planen, sie durchzuführen und anschließend zu reflektieren.
  • Sie verfügen über die Fähigkeiten, diese Methoden für unterschiedliche Zielgruppen und Arbeitskontexte einzusetzen.
  • Sie wissen um die theoretischen Hintergründe systemischer Methoden und Techniken und können deren Anwendung mit Bezug auf die angestrebten Ziele begründen.
  • Die Studierenden sind in der Lage, diese Methoden auch in Bezug auf ihre eigene Funktion und Rolle zu reflektieren.

Seitenanfang


M 2 – Systemische Theorie
250 Std. – 10 Credits

Inhalte

Im Modul werden Systemtheorien und verschiedene Spielarten des Konstruktivismus anhand der Schriften ihrer Vertreter vorgestellt und erarbeitet. Insbesondere aus den Systemtheorien und dem Konstruktivismus abgeleitete Konzepte der Sozialarbeit werden bzgl. ihrer Praxisrelevanz diskutiert. Das Modul bezieht kritische Positionen zu Systemtheorien, Konzepten des Konstruktivismus und zu systemischen Modellen der Sozialarbeit mit ein.

Ziele

  • Die Studierenden wissen um die Grundannahmen systemtheoretischer Denkmodelle und des Konstruktivismus und deren Bedeutung für die Soziale Arbeit.
  • Sie kennen verschiedene Konzepte Systemischer Sozialarbeit und können diese unterscheiden.
  • Sie können in Abhängigkeit von unterschiedlichen Kundengruppen und KooperationspartnerInnen Konzepte der Systemtheorie und die daraus abgeleiteten Methoden anwenden.
  • Die Studierenden kennen weitere Konzepte der Sozialen Arbeit und wissen sie in Zusammenhang mit dem systemischen Ansatz zu stellen.

Seitenanfang


M 3– Systemische Haltungen: Selbst – Bewusstsein
250 Std. – 10 Credits

Inhalte

Der Auftrag der Philosophie, sich den Fragen und Problemen der Gegenwart zu stellen, wird im philosophischen Diskurs mit Bezug zur Sozialen Arbeit nachgegangen. Menschenbilder und Wertorientierungen im professionellen Selbstverständnis der Sozialen Arbeit werden reflektiert und auf ihre Hintergrundfolien und ihre Handlungsoptionen hin befragt. Theorien der Gerechtigkeit werden in vergleichenden Studien überprüft und Ansätze zur Gerechtigkeit im systemischen Verständnis entworfen. Portfolios sind Instrumente zur Dokumentation der eigenen Lernerfahrungen und der Selbstbewertung von Lernenden und werden von diesen selbst erstellt. Diese Darstellung der eigenen Entwicklung kann auf die Arbeit mit KlientInnen übertragen werden. Die Auseinandersetzung mit Herkunft und Zukunft, mit den eigenen Ressourcen, Selbstbild und Erwartungen an die Zukunft leistet einen Beitrag zu einem professionellen Selbstbewusstsein. Darüber hinaus werden Möglichkeiten entwickelt, wie die Gestaltung der Selbst-Erfahrung mit KlientInnen in der Sozialarbeit und im KollegInnenkreis gestaltet werden kann. Konzepte der beruflichen Identität als SozialarbeiterIn und SystemikerIn werden unter Berücksichtigung ethischer Leitideen und berufspolitischer Positionen beschrieben – auch im Vergleich zu anderen Berufen.
Ziele

  • Die Studierenden können das Diskursverfahren zur Arbeit an Gegenwartsfragen und Problemlagen anwenden und sich ein Selbstverständnis des Menschen und ein Wertesystem zur Grundlage ihrer Definition von professioneller Sozialarbeit erarbeiten.
  • Sie sind in der Lage sich eine fundierte Position zum Wert der Gerechtigkeit im menschlichen Zusammenleben und entsprechenden Handlungsoptionen zu entwerfen.
  • Die Studierenden verfügen über eine reflektierte Position zur eigenen Geschichte und den Geschichten über die eigene Geschichte und haben systemische Konzepte „am eigenen Leib“ erfahren und diese in ihrer Wirkweise kennengelernt.
  • Sie können Einheiten zur Reflektion von Lebensgeschichten und des professionellen Selbstverständnisses für KollegInnen und KlientInnen konzipieren und durchführen.
  • Die Studierenden dokumentieren ihr Lernen während des Studiengangs in Form eines von ihnen selbst entwickelten und erstellten Portfolios. Hierfür entwerfen sie Strukturen und Kriterien, mit denen sie sowohl die eigene Lerngeschichte und Kompetenzentwicklung als auch die ihrer KlientInnen (gemeinsam mit diesen) darstellen und reflektieren können.
  • Die Studierenden sind in der Lage, ihre professionellen Fähigkeiten und Kompetenzen selbstbewusst vor KlientInnen, Kooperationspartnern und der Öffentlichkeit darzustellen.

Seitenanfang


M 4 – Sozialwirtschaft
250 Std. – 10 Credits

Inhalte

Der Schwerpunkt des Moduls ist die praxisnahe Vermittlung sozialwirtschaftlichen Wissens und Könnens. Es werden ausgewählte ökonomische und betriebswirtschaftliche Zusammenhänge und Fragestellungen vermittelt und auf wichtige Handlungsfelder der Sozialwirtschaft und des Sozialbetriebsmanagement vertiefend angewendet. Schwerpunkte sind die Vermittlung ökonomischer und betriebswirtschaftlicher Grundlagen, Management in der Sozialwirtschaft, insbesondere Sozialmarketingmanagement, Organisationsmanagement, Personalmanagement, Investitions- management, Finanzierungsmanagement, betriebliches Rechnungswesen, Controlling.

Ziele

  • Die Studierenden können Finanzpläne erstellen und kennen wichtige Finanzierungsinstrumente. Sie können Investitionen planen. Sie kennen die Anforderungen an das betriebliche Rechnungswesen.
  • Sie kennen die Besonderheiten des Personalmanagements von Sozialbetrieben und können Controllinginstrumente einsetzen.
  • Die Studierenden sind in der Lage, sozialwirtschaftliche Fragen unter systemischen Perspektiven zu reflektieren.

Seitenanfang


M 5 –Systemische Methoden II
375 Std. – 15 Credits

Inhalte

Aufbauend auf den in Modul 1: Methoden I, vermittelten systemischen Grundlagenkenntnissen, -kompetenzen und -fähigkeiten werden weitere, auch komplexere Methoden und ihre Umsetzung erfahren und theoretisch fundiert sowie in Bezug zu systemischen Haltungen gesetzt, darunter Skulptur- und Aufstellungsarbeit, Arbeiten mit Metaphern und Sprüchen und die in der Sozialarbeit häufig relevante Frage der nicht ganz freiwilligen Zusammenarbeit von KlientInnen und Profis.

Ziele

  • Die Studierenden können weitere systemische Methoden in Bezug auf unterschiedliche Zielgruppen, Arbeitskontexte und ihre eigene Funktion und Rolle anwenden und reflektieren.
  • Sie wissen um die theoretischen Hintergründe dieser systemischer Methoden und Techniken und können deren Anwendung auch mit Bezug auf die zugrundegelegten Haltungen begründen und planen.
  • Sie können die Besonderheit der systemischen Ansätze in der Breite der Sozialarbeit (im Gegensatz zum engeren Feld von Beratung und Therapie) benennen und erklären.
  • Die Studierenden sind in der Lage, AdressatInnen und KooperationspartnerInnen ihre Vorgehensweisen zu erklären und begründen.

Seitenanfang


M 6 – Evaluation
250 Std. – 10 Credits

Inhalte

Das Modul stellt verschiedene Ansätze und Methoden der empirischen Sozialforschung vor. Besonderer Wert wird darauf gelegt, inwieweit diese in der Selbstevaluation des Studiengangs angewendet werden können. Der Studiengang und/ oder seine Bestandteile (Seminare/ Kursblöcke) werden aus verschiedenen Perspektiven (z.B. aus Sicht der Lehrenden, der Studierenden, von ArbeitskollegInnen und ArbeitgeberInnen, weiteren Angehörigen der Hochschule u.a.) quantitativ und qualitativ evaluiert. Auftraggeber ist die Studiengangsleitung.

Dabei lernen die Studierenden durch die Realisation eines eigenen Evaluationsprojekts einen gesamten Forschungsprozess kennen und werden befähigt, verschiedenen Forschungstraditionen zu vergleichen, kritisch zu betrachten sowie konstruktiv miteinander zu verbinden.

Ziele

  • Die Studierenden verfügen über theoretische und praktische Kenntnisse der Empirischen Sozialforschung, einschließlich zielorientierter Befragungs- und (Selbst-)Evaluationsmethoden.
  • Sie können diese im Rahmen ihrer Berufspraxis zielgerichtet anwenden und Ergebnisse mit Blick auf Aussagegehalt und praktische Relevanz interpretieren.
  • Sie können selbstständig Evaluationsprojekte planen, durchführen und auswerten.

Seitenanfang


M 7 –Weitervermittlung und Publikation

250 Std. – 10 Credits

Inhalte

Grundkenntnisse und Erfahrungen in Weitervermittlung (Teamteaching) und Publizieren sollen eine Voraussetzung dafür sein, dass die AbsolventInnen auch später ihr Wissen weitervermitteln. Eine Publikation in einer – sozialarbeiterischen oder systemischen – Fachzeitschrift wird erstellt, dies kann ein Artikel, Tagungsbericht, umfangreichere Rezension sein. Hierbei werden die Anforderungen an Veröffentlichungen erarbeitet. Es werden die Grundlagen der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit vermittelt. Die Studierenden nehmen an einer Fachtagung teil und sind selbst an Planung, Organisation und Durchführung einer Fachtagung zum Ende ihres Studiums aktiv beteiligt.

Ziele

  • Die Studierenden erwerben Kenntnisse und reflektierte Erfahrungen in der Weitervermittlung von systemischen Denkmodellen, Handlungskonzepten und ihrer methodischen Umsetzung.
  • Sie können ihr fachliches Know-how und ihre Erfahrungen aus dem beruflichen Alltag durch Veröffentlichungen weitergeben.
  • Sie setzen ihre grundlegenden Kenntnisse und Techniken der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in ihrem Arbeitskontext ein.
  • Sie konzipieren und planen eine Fachtagung und sind an ihrer Durchführung aktiv als Referenten und als Organisationsteam beteiligt.

Seitenanfang


M 8 – Studium Generale
375 Std. – 15 Credits

Inhalte

Neben den fachbezogenen Seminaren erhalten die Studierenden in diesem Modul Zugänge zu anderen, weiteren Themengebieten, die zunächst nicht unmittelbar erkennbar sein müssen. Einzelvorträge und Kurzzeitworkshops zu unterschiedlichen Fachthemen, ein Englisch-Sprachkurs (entsprechend dem jeweiligen Niveau) sowie eine Auslandsstudienreise mit fachlicher Ausrichtung ermöglichen es ihnen, ihre Perspektiven zu erweitern und sich davon anregen und inspirieren zu lassen: von naheliegenden wie unerwarteten Fragestellungen, vom Vergleich unterschiedlicher Kulturen, Werte und Fachstandards in verschiedenen Ländern oder Disziplinen, in der Rolle derjenigen, die eine Sprache nur unvollständig beherrschen – sei es als Zugewanderte oder auch als Muttersprachler (zum Beispiel im Umgang mit SozialarbeiterInnen).

Ziele

  • Die Studierenden erwerben durch das Studium Generale Einblicke in nicht unmittelbar fachliche Themen, sie entwickeln die Kompetenz, metaphorisch zu denken und sich Themen multiperspektivisch zu erschließen sowie sich von anderen Themen, Fragestellungen und Ideen in ihrer eigenen Praxis inspirieren zu lassen.
  • Sie erweitern ihr Bildungswissen und können bei unterschiedlichen Themen ihren spezifisch systemischen Blick anwenden.
  • Sie verbessern ihre verbale Artikulation in einer Fremdsprache und erhalten einen exemplarischen Einblick in ein anderes Land, dessen politische und soziale Situation sowie dessen Konzepte Sozialer Arbeit.

Seitenanfang


M 9 – Mastermodul
625 Std. – 25 Credits

Inhalte

Die Erstellung der Masterarbeit, mit der die Studierenden belegen, dass sie ein Thema wissenschaftlich bearbeiten können, steht im Mittelpunkt des Moduls. Die Abschlussarbeit kann ein theoretisches Thema behandeln oder den fundierten Abschlussbericht eines Projekts darstellen – unter Heranziehung wissenschaftlicher Literatur und der Reflexion der methodischen Vorgehensweisen. Die mündliche Prüfung erfolgt in Form eines Fachvortrags mit anschließender Diskussion auf der Abschluss­tagung.

Ziele

  • Die Studierenden können eine wissenschaftliche Arbeit verfassen.
  • Sie können dabei den aktuellen Wissensstand der Forschung berücksichtigen und die jeweilige Praxisrelevanz aus systemischer Perspektive kritisch vorstellen und bewerten.
  • Sie können ihre theoretische Position in der Diskussion selbstbewusst vertreten.

Seitenanfang