aktualisiert am 1. Dezember 2016

Vortrag für alle


Die Veranstaltungsreihe „Vortrag für alle“ wird im Rahmen des Masterstudiengangs Systemische Sozialarbeit angeboten, sie ist öffentlich und kostenlos. Alle Interessierte sind jederzeit herzlich willkommen!

Eine Liste aller bisherigen Vorträge gibt es hier.

 

Jürgen Benecken, Merseburg                                                                                                           Anstelle des „Vortrags für alle“: Podiumsdiskussion zum Symposium Psychotherapie und Pädagogik bei „Heimkindern“ – ein „Klinisches Dilemma“?

Donnerstag 19. Januar 2017, 16:45 – 18:45 Uhr                                                                                 Hochschule Merseburg, Hörsaalgebäude, Hörsaal 9

Die beiden Pädagogen und Psychoanalytiker Fritz Redl & David Wineman sprechen im Zusammenhang von Kindern, „die hassen“, also Kindern, denen man in der heutigen Fachterminologie eine ausgeprägte Störung des Sozialverhaltens mit frühem Beginn, oft im Zusammenhang mit komplexen Entwicklungstraumatisierungen infolge von Vernachlässigungen und Misshandlungen, zuerkennen würde, von einem klinischen Dilemma. Dieses ergebe sich dadurch, dass diese Kinder „außerhalb der Reichweite“ der normalen Erziehungsmethoden und „unterhalb des Wirkungsbereiches“ der klassischen Psychotherapie wären. Inwieweit trifft diese These 65 Jahre später immer noch zu? Und wo liegen die Alternativen? Eröffnen die moderne Traumapsychologie und – pädagogik neue Perspektiven? Diese Fragen werden wir mit sehr ausgewiesenen Wissenschaftlern und Praktikerinnen der Jugendhilfe und Psychiatrie/ Psychotherapie diskutieren.

Für die Podiumsdiskussion ist keine Anmeldung erforderlich. Nähere Informationen und Anmeldung zum gesamten Symposium über Prof. Dr. Jürgen Benecken (juergen.benecken@hs-merseburg)

 

 

Beate Görlich, Münster 
(Erfolgs-) Faktor Mensch – Wirkungsvolles Veränderungsmanagement berücksichtigt neben den ökonomischen Aspekten auch die psychosoziale Seite der Veränderung

Donnerstag, 16. Februar 2017, 17:00 – 18:30 Uhr
Hochschule Merseburg, Hauptgebäude, Hörsaal 4

Jede Organisationsveränderung setzt sowohl bei Führungskräften als auch bei Mitarbeitenden die Bereitschaft zur Ziel- und Verhaltensveränderung voraus. Ohne diese Bereitschaft ist eine effektive Umsetzung anspruchsvoller Organisationskonzepte nicht möglich. Oft bleibt dabei unberücksichtigt, dass Veränderungsprozesse immer auch ein emotionales Abenteuer sind. Sie bedrohen – je nach Situation – das eigene Selbstwertgefühl, das Ansehen oder die wirtschaftliche Sicherheit. Emotionen entscheiden letztendlich über den Erfolg eines Veränderungsprojektes.  Der Vortrag zeigt auf, welche Faktoren den Veränderungsprozess beeinflussen.

Görlich

 

 

 

 

 

Beate Görlich ist Freiberufliche Prozessberaterin, Führungskräfte-Coach und Fortbildnerin, Diplom-Sozialarbeiterin, zertifizierter Business-Coach, Mitglied im deutschen Verband für Coaching und Training e. V. (dvct), autorisierte Fachberaterin im Förderprogramm unternehmensWert: Mensch, Qualifikation als systemische Beraterin und Sozialmanagerin, langjährige Erfahrung als Geschäftsführerin einer sozialwirtschaftlichen Organisation, Lehrbeauftragte an der Hochschule Merseburg.

 

 

Doppelvortrag und Buchvorstellung:                                                                                            Berit Stowasser (Markkleeberg) & Silka Mager (Dresden)

Donnerstag, 27. April 2017, 17:00 – 18:30 Uhr
Hochschule Merseburg, Hauptgebäude, Hochschulbibliothek

Berit Stowasser: Der Blick zurück ist der Schritt nach vorn – eine persönliche Auseinandersetzung mit einer düsteren Zeit.                                                                                       Die mehrtägige Studienfahrt ins KZ Buchenwald hat mich sehr berührt, nicht zuletzt deshalb, weil ein weit entfernter Verwandter in Buchenwald ums Leben gekommen ist. Viele Fragen wurden bei mir aufgeworfen, mit denen ich mich im Rahmen des Masterstudiengangs Systemische Sozialarbeit auseinander gesetzt habe. Daraus ist dann mein Essay als Zwiegespräch entstanden.

Silka Mager: Wir müssen reden: Die Parteilichkeit & ich!                                                          Die Arbeit in der Streetwork/Mobilen Jugendarbeit bietet viele Möglichkeiten, Facetten und Herausforderungen für die Adressat_innen und Sozialarbeiter_innen. Eine davon ist die Parteilichkeit der Sozialarbeiter_innen gegenüber den Adressat_innen und ihren individuellen Lebenswelten. In einem inneren Dialog reflektiert sie sich, ihre individuellen Grenzen und ihre persönlichen Vorstellung von Parteilichkeit.

Berit Stowasser ist Systemische Sozialarbeiterin (M.A.), freiberufliche Diplom-Mediatorin und Leiterin des Familienzentrums Lichtblick e.V. in Markkleeberg.

Silka Mager ist Systemische Sozialarbeiterin (M.A.), Streetworkerin in Dresden und absolviert momentan eine Weiterbildung zur Systemischen Beraterin.

 

 

Reiner Becker, Marburg                                                                                                               Miteinander reden?! Rechtspopulismus und die neuen Herausforderungen für die politische Kultur

Donnerstag, 18. Mai 2017, 17:00 – 18:30 Uhr                                                                               Hochschule Merseburg, Hauptgebäude, Hörsaal 4

Seit Sommer 2015, mit der Aufnahme von zahlreichen Flüchtlingen in Deutschland, unterliegt die politische Kultur in Deutschland einem dramatischen Wandel und zunehmender Polarisierung: Hohes Engagement und Offenheit für Flüchtlinge einerseits und eine steigende Zahl von Gewalttaten gegenüber Flüchtlingen, aber auch Ehrenamtlichen, Journalisten und Kommunalpolitikern andererseits; dazwischen viele Menschen mit Ängsten, Sorgen und Fragen über die weiteren Entwicklungen. Die großen Wahlerfolge der AfD in Deutschland und anderer rechtspopulistischer Parteien in Europa sind dabei ein Symptom für große Unsicherheiten. Im Unterschied zu Akteuren und Parteien der extremen Rechte sind (scheinbar) bewährte Umgangsformen der Ausgrenzung und der Nicht-Auseinandersetzung nun obsolet – der Vortrag  zentriert auf die Frage, wie dieser gesellschaftspolitische Wandel zu konturieren ist und welche Formen des Umgangs hier diskutiert werden können.

reiner_becker

Reiner Becker ist Politikwissenschafter (Dr. phil.), Leiter des Demokratiezentrums für Demokratie und Rechtsextremismus an der Philipps-Universität Marburg; forscht zu verschiedenen Aspekten von Rechtsextremismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und ist Mitherausgeber der Zeitschrift „Demokratie gegen Menschenfeindlichkeit“.