aktualisiert am 20. Februar 2017

Vortrag für alle


Die Veranstaltungsreihe „Vortrag für alle“ wird im Rahmen des Masterstudiengangs Systemische Sozialarbeit angeboten, sie ist öffentlich und kostenlos. Alle Interessierten sind jederzeit herzlich willkommen!

Eine Liste aller bisherigen Vorträge gibt es hier.

 

Doppelvortrag und Lesung:
Berit Stowasser (Markkleeberg) & Silka Mager (Dresden)

Donnerstag, 27. April 2017, 17:00 – 18:30 Uhr
Hochschule Merseburg, Hauptgebäude, Hochschulbibliothek

Berit Stowasser: Der Blick zurück ist der Schritt nach vorn – eine persönliche Auseinandersetzung mit einer düsteren Zeit.
Die mehrtägige Studienfahrt ins KZ Buchenwald hat mich sehr berührt, nicht zuletzt deshalb, weil ein weit entfernter Verwandter in Buchenwald ums Leben gekommen ist. Viele Fragen wurden bei mir aufgeworfen, mit denen ich mich im Rahmen des Masterstudiengangs Systemische Sozialarbeit auseinander gesetzt habe. Daraus ist dann mein Essay als Zwiegespräch entstanden.

Silka Mager: Wir müssen reden: Die Parteilichkeit & ich!
Die Arbeit in der Streetwork/Mobilen Jugendarbeit bietet viele Möglichkeiten, Facetten und Herausforderungen für die Adressat_innen und Sozialarbeiter_innen. Eine davon ist die Parteilichkeit der Sozialarbeiter_innen gegenüber den Adressat_innen und ihren individuellen Lebenswelten. In einem inneren Dialog reflektiert sie sich, ihre individuellen Grenzen und ihre persönlichen Vorstellung von Parteilichkeit.

Berit Stowasser ist Systemische Sozialarbeiterin (M.A.), freiberufliche Diplom-Mediatorin und Leiterin des Familienzentrums Lichtblick e.V. in Markkleeberg.

Silka Mager ist Systemische Sozialarbeiterin (M.A.), Streetworkerin in Dresden und absolviert momentan eine Weiterbildung zur Systemischen Beraterin.

 

Reiner Becker, Marburg
Miteinander reden?! Rechtspopulismus und die neuen Herausforderungen für die politische Kultur

Donnerstag, 18. Mai 2017, 17:00 – 18:30 Uhr
Hochschule Merseburg, Hauptgebäude, Hörsaal 4

Seit Sommer 2015, mit der Aufnahme von zahlreichen Flüchtlingen in Deutschland, unterliegt die politische Kultur in Deutschland einem dramatischen Wandel und zunehmender Polarisierung: Hohes Engagement und Offenheit für Flüchtlinge einerseits und eine steigende Zahl von Gewalttaten gegenüber Flüchtlingen, aber auch Ehrenamtlichen, Journalisten und Kommunalpolitikern andererseits; dazwischen viele Menschen mit Ängsten, Sorgen und Fragen über die weiteren Entwicklungen. Die großen Wahlerfolge der AfD in Deutschland und anderer rechtspopulistischer Parteien in Europa sind dabei ein Symptom für große Unsicherheiten. Im Unterschied zu Akteuren und Parteien der extremen Rechte sind (scheinbar) bewährte Umgangsformen der Ausgrenzung und der Nicht-Auseinandersetzung nun obsolet – der Vortrag  zentriert auf die Frage, wie dieser gesellschaftspolitische Wandel zu konturieren ist und welche Formen des Umgangs hier diskutiert werden können.

reiner_becker

Reiner Becker ist Politikwissenschafter (Dr. phil.), Leiter des Demokratiezentrums für Demokratie und Rechtsextremismus an der Philipps-Universität Marburg; forscht zu verschiedenen Aspekten von Rechtsextremismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und ist Mitherausgeber der Zeitschrift „Demokratie gegen Menschenfeindlichkeit“.

 

Ely Almeida Rist, Bautzen
Rassismus behindert die Entwicklung einer Gesellschaft

Donnerstag, 8. Juni 2017, 17:00 – 18:30 Uhr
Hochschule Merseburg, Hauptgebäude, Hochschulbibliothek

Es ist unumstritten, dass eine Person mit dem Traum von menschlicher Befreiung und sozialer Gleichheit gegenwärtig eine Politik wahrnimmt, die den Bevölkerungsanteil der Schwarzen und People of Color exkludiert. Dies kann man als institutionellen Rassismus bezeichnen und es ist eine Praxis die auf allen Ebenen (individuell, institutionell und strukturell) der deutschen Gesellschaft spürbar ist. Der institutionelle Rassismus ist anders als der individuelle Rassismus, weil letzterer durch eine Interaktion zwischen zwei Menschen oder zwei Menschengruppen stattfindet. Die Legitimierung des ersten ist verantwortlich für eine gesellschaftliche Trennung und wird durch Dämonisierung und Verweigerung eines sicheren gesellschaftlichen Status verankert. Diese Denkstruktur ist nicht mehr unsichtbar. Rassismus ist eine Form der Entmenschlichung und entfaltet sich durch Kriminalisierung und Herabwürdigung der Schwarzen/PoC Community.
Wo bleibt der Kompromiss, eine Inklusion zu gewährleisten, durch die Zugehörige der unterschiedlichen Menschengruppen gleichberechtigt teilhaben können?

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Ely Almeida Rist ist Trainerin der Landesarbeitsgemeinschaft politisch-kulturelle Bildung Sachsen e.V. Aktuelle Themen ihrer Arbeit sind neben Rassismus und Empowerment von Menschen of Color auch die Begleitung und Förderung der Vernetzung von Menschen mit Migrations- und Flucht-Erfahrung.