aktualisiert am 20. Juli 2017

Vortrag für alle


Die Veranstaltungsreihe „Vortrag für alle“ wird im Rahmen des Masterstudiengangs Systemische Sozialarbeit angeboten, sie ist öffentlich und kostenlos. Alle Interessierten sind jederzeit herzlich willkommen!

Eine Liste aller bisherigen Vorträge gibt es hier.

Weitere „Vorträge für alle“ sind geplant
…und werden hier zum Schon-Mal-Vormerken kurz genannt:

 

Prof. Dr. Hella von Unger, München

Forschungsethik in der qualitativen Sozialforschung

14. September 2017, 17 Uhr, Hörsaal 4

Forschungsethische Fragen stellen sich in allen Phasen der empirischen Forschung: von der Themenwahl und Planung bis zur Dissemination und Verwertung. Sie betreffen insb. die Gestaltung der Beziehungen zwischen den Forschenden und den Personen und Einrichtungen, die an der Forschung teilnehmen. Forschungsethischen Grundsätzen folgend sind Forschende aufgefordert, die Risiken der Teilnahme an ihrer Studie zu antizipieren und Schaden zu vermeiden, von Teilnehmenden eine informierte Einwilligung einzuholen und die Daten zu anonymisieren und vertraulich zu behandeln. In der qualitativen Forschungspraxis stoßen diese Grundsätze jedoch schnell an Grenzen: Wie lässt sich beispielsweise eine informierte Einwilligung bei teilnehmenden Beobachtungen einholen – und von wem? Wie lassen sich Risiken antizipieren, wenn der Forschungsverlauf methodologischen Prinzipien folgend offen gestaltet wird und nur eingeschränkt planbar ist? Lassen sich qualitative Daten überhaupt sinnvoll anonymisieren – und wenn ja, wie? Was ist bei Forschung mit besonders „vulnerablen“ Personen zu beachten? Im Zusammenhang mit neuen Technologien, digitalen Wirklichkeiten und Social Media-Forschung stellen sich teilweise ganz neue Fragen. Es bedarf daher einer forschungsethischen Reflexivität, die nicht nur das eigene Forschungshandeln sondern auch die kanonisierten Grundsätze kritisch hinterfragt und danach strebt, im jeweils spezifischen Forschungskontext Antworten auf die Frage zu finden, welches Handeln ethisch vertretbar ist – und welches nicht. Der Vortrag führt in zentrale forschungsethische Grundsätze ein und diskutiert einige der Herausforderungen, die sich in der qualitativen Forschung stellen.

Zur PersonHella von Unger

Hella von Unger ist Professorin für Soziologie mit dem Schwerpunkt Qualitative Methoden der empirischen Sozialforschung an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). Sie ist im Vorstand der DGS Sektion Methoden der qualitativen Sozialforschung und Vorsitzende der Ethikkommission der sozialwissenschaftlichen Fakultät der LMU.

 

 

17. November 2017, 17 Uhr: Jürgen Hargens liest aus seinem neuesten Buch „Freude hat sich versteckt – oder: Gesund heißt immer auch ein bisschen bescheuert. Erzählungen aus der psychologischen Welt“ und lässt mit sich darüber reden.