aktualisiert am 20. Mai 2016

Vortrag für alle


Die Veranstaltungsreihe „Vortrag für alle“ wird im Rahmen des Masterstudiengangs Systemische Sozialarbeit angeboten, sie ist öffentlich und kostenlos. Alle Interessierte sind jederzeit herzlich willkommen!

 

Malte Thran & Johannes Herwig-Lempp, Merseburg
Kunde, Klient oder Mensch – Die Wirksamkeit Sozialer Arbeit im Neoliberalismus 

Donnerstag, 9. Juni 2016, 17:00 – 18:30 Uhr
Hochschule Merseburg, Hauptgebäude, Hörsaal 4

Soziale Arbeit hat sich vom Non-Profit-Bereich zu einer modernen Dienstleistung gewandelt. „Effizienz“ und „Sparsamkeit“ sind nun mehr wichtige Eckpfeiler der Ökonomisierung des Sozialen.

Was kann Soziale Arbeit unter dem gewachsenen Leistungs- und Anpassungsdruck unserer Gesellschaft leisten? Kann sie noch klientenorientiert wirken oder dient sie allein dem staatlichen Mandat, das die Anpassung des Individuums an den Arbeitsmarkt fordert? Folgen (falsch verstandene) systemische Konzepte gar dem Individualisierungs- und Aktivierungstendenzen der Sozialpolitik?

Wir diskutieren über systemische Konzepte, über Werkzeuge, Ziele und Aufträge heutiger Sozialer Arbeit.  Gäste der Podiumsdiskussion sind Prof. Malte Thran (Professor für Sozial- und Kulturpolitik) und Johannes Herwig-Lempp (Professor für Sozialarbeitswissenschaften). Das Publikum ist eingeladen, mit zu diskutieren und von seinen Erfahrungen zu erzählen.

 


Anja Pannewitz, Leipzig

Gewalt und Raum in Biografien von (jungen) Täterinnen

Donnerstag, 30. Juni 2016, 17:00 – 18:30 Uhr
Hochschule Merseburg, Hauptgebäude, Hörsaal 4

Gewalt wird gesellschaftlich tendenziell in einschränkender geschlechtsstereotyper Weise verhandelt. Nicht nur eine zweigeschlechtliche Konstruktion von Geschlecht, sondern auch die geschlechtsbezogene Verallgemeinerung und Homogenisierung von Gewalterfahrungen – „Frauen“ als Opfer, „Männer“ als Täter – lassen einen normativen Realitätsbezug erkennen. Die tatsächlich in der Alltagskommunikation ständig auftauchende Polymorphie geschlechtlicher Identitäten wird ebenso wenig anerkannt wie individuelle Lebensverläufe und Erfahrungen mit Gewalt. Vor diesem Hintergrund soll im Vortrag anhand narrativ-empirischen Materials den räumlichen Bedingungen der Genese von Täterinnen nachgegangen werden, um zu verstehen, inwiefern sich materieller Raum – in Wohnungen, sozialstaatlichen Räumen, in der Öffentlichkeit − in Wechselwirkung mit gewaltsamen Handlungen von „Mädchen“ und „Frauen“ konstituiert.

Foto Anja PannewitzDr. phil. Anja Pannewitz, Dipl.Soziologin, Systemische Coach (SG), Social Justice und Diversity Trainerin, ist seit Oktober 2014 Vertretungsprofessorin für Sozialarbeits-wissenschaften an der HTWK Leipzig mit den Schwerpunkten Qualitative Forschungsmethoden, Gender & Diversity und Beratung. Seit sieben Jahren ist sie in eigener Praxis für Coaching, Weiterbildung und Prozessbegleitung tätig.