aktualisiert am 23. Juni 2016

Vortrag für alle


Die Veranstaltungsreihe „Vortrag für alle“ wird im Rahmen des Masterstudiengangs Systemische Sozialarbeit angeboten, sie ist öffentlich und kostenlos. Alle Interessierte sind jederzeit herzlich willkommen!

Anja Pannewitz, Leipzig
Gewalt und Raum in Biografien von (jungen) Täterinnen

Donnerstag, 30. Juni 2016, 17:00 – 18:30 Uhr
Hochschule Merseburg, Hauptgebäude, Hörsaal 4

Gewalt wird gesellschaftlich tendenziell in einschränkender geschlechtsstereotyper Weise verhandelt. Nicht nur eine zweigeschlechtliche Konstruktion von Geschlecht, sondern auch die geschlechtsbezogene Verallgemeinerung und Homogenisierung von Gewalterfahrungen – „Frauen“ als Opfer, „Männer“ als Täter – lassen einen normativen Realitätsbezug erkennen. Die tatsächlich in der Alltagskommunikation ständig auftauchende Polymorphie geschlechtlicher Identitäten wird ebenso wenig anerkannt wie individuelle Lebensverläufe und Erfahrungen mit Gewalt. Vor diesem Hintergrund soll im Vortrag anhand narrativ-empirischen Materials den räumlichen Bedingungen der Genese von Täterinnen nachgegangen werden, um zu verstehen, inwiefern sich materieller Raum – in Wohnungen, sozialstaatlichen Räumen, in der Öffentlichkeit − in Wechselwirkung mit gewaltsamen Handlungen von „Mädchen“ und „Frauen“ konstituiert.

Foto Anja PannewitzDr. phil. Anja Pannewitz, Dipl.Soziologin, Systemische Coach (SG), Social Justice und Diversity Trainerin, ist Professorin für Sozialarbeitswissenschaften an der HTWK Leipzig mit den Schwerpunkten Qualitative Forschungsmethoden, Gender & Diversity und Beratung. Seit sieben Jahren ist sie in eigener Praxis für Coaching, Weiterbildung und Prozessbegleitung tätig.

 

 

 

Heiko Kleve, Potsdam
Neoliberalismus und Soziale Arbeit – ein Widerspruch oder eine Passung?

Donnerstag, 15. September 2016, 17:00 – 18:30 Uhr
Hochschule Merseburg, Hauptgebäude, Hörsaal 4                           

In dem Vortrag wird die Frage aufgegriffen, ob das Neoliberalismus-Verständnis, das in der Kritischen Sozialen Arbeit seit einigen Jahren vertreten wird, einer eingehenden Reflexion standhält. Die These ist, dass die normativen und fachlichen Grundlagen der Sozialen Arbeit gar als “neoliberal” bewertet werden könnten. Damit eröffnet der Vortrag zudem neue Perspektiven hinsichtlich der Verhältnisse der Sozialen Arbeit zur Wirtschaft und zum Staat.

Heiko Kleve

 

Prof. Dr. Heiko Kleve, Sozialarbeiter und Soziologie sowie systemischer Berater, Coach, Supervisor und Mediator. Professor und Dekan am Fachbereich Sozial- und Bildungswissenschaften der Fachhochschule Potsdam. Weitere Informationen im Internet unter: http://www.heiko-kleve.de und https://heikokleve.wordpress.com.  

 

 

 

Mechthild Reinhard, Siedelsbrunn
Hypnosystemische Impulse für die Soziale Arbeit

Donnerstag, 20. Oktober 2016, 17:00 – 18:30 Uhr
Hochschule Merseburg, Hauptgebäude, Hörsaal 4

Was ist richtig wirklich und was ist wirklich richtig? Fragen, die ‚wirklicher‘ denn je sich ‚richtig wirklich‘ stellen. Anhand von Fallgeschichten und kleinen Experimenten will der Abend in einen Dialograum einladen, wie wir den Umgang mit dem „Wirklichen“ so gestalten könnten, dass wir Lust auf’s Leben erleben und sinnstiftende soziale Räume anregen. Aus (hypno)systemischer Sicht ist das ein ständiger dynamischer cokreativer Prozess. Es wäre toll, wenn der Abend das auch werden würde – denn „die Form der Lehre ist stets zugleich ihr Inhalt“ (F.B.Simon).

Mechthild Reinhard ist Dipl.-Pädagogin, Mitbegründerin und Geschäftsführende Gesellschafterin des SysTelios-Gesundheitszentrums Siedelsbrunn GmbH & Co. KG.  Sie ist ausgebildete systemische Familientherapeutin, Supervisorin; sowie Lehrtherapeutin am Helm-Stierlin-Institut Heidelberg und Vorstandsvorsitzende der Deutschen Gesellschaft für systemische Pädagogik e.V. DGsP.